Souljacker
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Produktbeschreibung
SOULJACKER
Titelliste
- Dog Faced Boy
- That's Not Really Funny
- Fresh Feeling
- Woman Driving, Man Sleeping
- Souljacker Part I
- Friendly Ghost
- Teenage Witch
- Bus Stop Boxer
- Jungle Telegraph
- World Of Shit
- Souljacker Part II
- What Is This Note?
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #5768 in Musik
- Marke: CITY HIGH
- Erscheinungsdatum: 2001-10-01
- Anzahl Disks: 1
Aus der Amazon-Redaktion
Aus der Amazon.de-Redaktion
Mark Oliver Everett, den alle nur 'E' nennen, blickte mit dem dritten Album Daisies Of The Galaxy wieder etwas positiver in die Zukunft. Auf dem Vorgänger Electro-Shock Blues verarbeitete der Songwriter aus L.A. noch einige Todesfälle in seinem sozialen Umfeld. Während dieser Zeit legte er nach all den Schicksalsschlägen eine Pause ein und begann nicht nur zehn Tage zu meditieren, sondern sprach, las und schrieb kein Wort. Doch er komponierte mit "Souljacker" einen Song im Kopf. Die Idee dazu basiert auf einem Serienmörder, den die Presse 'Soul Jacker' nannte, weil er seine Opfer nicht nur umbrachte, sondern ihnen auch die Seelen rauben wollte.
Nun taucht der Song einige Jahre später auf dem vierten Eels-Album Souljacker wieder auf, das zudem musikalische Veränderungen bringt. Das Album groovt und rockt, die Melodien werden wieder weiter ausformuliert, ohne dabei in einem klassischen Songformat zu enden. Streicher und Bläser kommen erneut, aber nicht opulent zum Einsatz. Die Soundspielereien und Schrulligkeiten sind etwas in den Hintergrund geraten, denn diesmal dürfen die Gitarren die Führung übernehmen. Dafür verantwortlich zeichnen auch John Parish und Joe Gore, beide bekannt durch ihre Arbeit mit P.J. Harvey. Natürlich konnten sie nicht verhindern, das 'E' immer mal wieder in Melancholie, aber nicht in alte Depressionen verfällt.
Manchmal klingt dieses Album, als hätte Beck einen strangen kleinen Bruder, so dicht liegt Everetts Gesang an dem von Herrn Hansen. Die beiden sollten vielleicht mal eine Platte aufnehmen, die würde bestimmt lustig, was die Qualität von Souljacker aber nicht schmälern soll. --Sven Niechziol
INTRO
Der Mann, der sich E nennt, redet nicht gern. Und wenn, dann hatte er in den letzten Jahren selten Erfreuliches zu berichten. Seinen persönlichen Tiefpunkt hat der lakonische Selbsttherapeut aber mittlerweile wohl überwunden. Das heiß erwartete vierte Album seiner Band klingt wie ein Amalgam der letzten drei, vereint es doch introspektive Klagelyrik, musikalische Befreiungsschläge und zärtliche Melodien. Wieder einmal ist das verschrobene Eels-Universum von märchenhaften Gestalten bevölkert: ein freundlicher Geist, eine jugendliche Hexe und ein hundegesichtiger Junge. Auch Peter Buck (R.E.M.) und John Parish (PJ Harvey) sind dabei, und sie haben den Rock mitgebracht: "Hospital Food" und "Flyswatter" waren also nur ein angedachter Vorgeschmack auf das, was hier in "Souljacker Part 1" oder "What Is This Noise?" seine Erfüllung findet. Sprich: Das neue Album ist noch vielseitiger, als ohnehin schon hohe Erwartungen es verlangt hätten. Das Eels Orchestra 2001, wie sich die Band auf der letzten Tour selbst nannte, ist noch glatter und hörbarer als beim letzten Mal. Der Grund, warum die Eels für viele allerdings eher eine Religion denn eine Band sind, liegt indes woanders. Denn vor allem in seinen Texten versteht es E, Trost zu spenden und die Schwachen aufzurichten, indem er das Augenmerk auf fast altmodische Bekenntnisse lenkt: "In this world of shit / Baby, you are it." George W. Bush z. B. kann das nicht so sehen, strafte er doch erst kürzlich die Band ab, weil sie einen Song namens "It's A Motherfucker" im kindgerechten Cover unter das manipulierbare amerikanische Volk gebracht hatte. Soviel zu inhaltlicher Reflexion, Ironie made in America. Macht E aber nichts. Im Gegenteil: "Souljacker" ist der Spitzname eines Massenmörders, der sich einst als biblische Heimsuchung gefiel. Diesem Herren ein Stück zu widmen könnte republikanischen Kreisen durchaus noch mehr Missfallen entlocken als die Blümchen und Vögelchen auf dem letzten Plattencover. Und Songs wie "Bus Stop Boxer" sind ein selbstbewusstes Zeugnis dafür, dass es den Eels ernst ist, auch mit der Hitparade. Denn eines bleibt wohl vor allem festzuhalten: bei aller Liebe zu verspielten Details und rätselhaften Klangsprenkeln vermag es "Souljacker" erstmals seit "Beautiful Freak", das Diesseits sogar mehrheitstauglich zu feiern. Und spätestens mit "Fresh Feeling" (aufgepasst: hier samplen sich die Eels selbst!) schaffen es E, Butch und Freunde mal wieder, Herbstdepressionen und Graue-Wolken-Gefühle auf frühestens morgen zu verschieben.
Sonja Müller / Intro - Musik & so
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